Ab April kommt im Spreewald die Post wieder per Kahn

In der wärmeren Jahreshälfte erfolgt die Briefzustellung per Binnenschiff in Lübbenau im Spreewald. Die Postangestellte Andrea Bunar beginnt heute ihre sechste Saison als Kahn-Lieferantin.
Ab sofort erhalten die Einwohner von Lübbenau-Lehde im Spreewald wieder Briefe und Pakete per Postkahn. Anlässlich des 120-jährigen Jubiläums unterstützte heute Nachrichtensprecher Jens Riewa den Kahnzusteller: Andrea Bunar polte den Kahn der Deutschen Post, Jens Riewa überreichte den Bewohnern Briefe, Postkarten und Pakete. Zur Post hat der gebürtige Lübbenauer eine ganz besondere Beziehung: Nach dem Abitur hat er einige Monate mit dem Fahrrad Briefe in Lübben zugestellt.

„Leider gehört es zu meinem Job, schlechte Nachrichten zu melden. Ich hoffe, Ihnen heute möglichst viele positive Nachrichten per Post zukommen zu lassen“, sagte Jens Riewa. Die Briefkästen der meisten Einwohner von Lehde befinden sich direkt am Ufer, sodass der Postbote Briefe und Postkarten direkt vom Kahn einwerfen kann.

Diese Tradition besteht seit 119 Jahren und ist einzigartig in Deutschland. Die Postfrau stellt jede Woche mehr als 600 Briefe, Einschreiben und Karten sowie rund 60 Päckchen und Päckchen zu. Die Pakete können bis zu 31,5 Kilogramm wiegen. Bis Saisonende im Oktober hat Andrea Bunar rund 1100 Kilometer zurückgelegt, was einer Distanz von Berlin nach Helsinki entspricht. Im Winter geht Frau Bunar die Strecke über Brücken und fährt ein Stück mit dem Auto.

Andrea Bunar bringt nicht nur die Post, sie bietet auch den Service einer kleinen Filiale: Ihre Kunden können ihr Sendungen aufgeben und Porto, Pakete und Paketmarken kaufen. Auf ihrem Rundgang durch Lehde leert sie auch drei Briefkästen, die an Ausflugslokalen hängen.

Angaben zum Postkahn: Länge des Kahns: 9 Meter, Länge der Schubstange, „Pack“ genannt: 4 Meter.